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21.11.2017 : 22:05 : +0100

Die Burg des Tsogd Tajdsh

Am Ufer der Tuul in der Nähe der Tuul-Brücke auf der Strecke von Ulaanbaatar nach Kharkhorin liegt die Ruine  Char Buchijn Balgas, die ehemalige Burg des mongolischen Adligen Tsogd Tajdsch aus dem 17. Jahrhundert.

Der Palast des Tsogd Tajdsch; Copyright 2010 Sabine Haluszka-Seidel
Blick von der Ruine auf die umliegende Steppe Copyright 2010 Sabine Haluszka-Seidel

Die Burg liegt direkt an der Tuul auf einer großen saftigen Weide. Weit und breit ist im 'Umkreis kein weiteres Gemäuer mehr zu sehen. Unweit der Burg ist ein Stein aufgestellt, der angeblich von Tsogd Tajdsh selbst beschriftet wurde.

Copyright 2010 Sabine Haluszka-Seidel

Einige der Tordurchbrüche sind als echtes Gewölbe ausgeführt. Andere Durchbrüche sind als falsches Gewölbe ausgeführt. Noch heute sind einige der Tonscherben glasiert, was höhere Temperaturen beim Brennen der Ziegel und Kenntnis über Glasuren voraussetzt.

Copyright 2010: Sabine Haluszka-Seidel
Copyright 2010 Sabine 'Haluszka-Seidel
Copyright 2010 Sabine Haluszka-Seidel

Der untere Teil der Burg besteht aus Steinen, der obere aus Ton. Interessant ist das Verbundwerk der Mauern, das sich erheblich von den europäischen Mauertraditionen unterscheidet.

Copyright 2010 Sabine Haluszka-Seidel
Copyright 2010 S abine Haluszka-Seidel
Copyright 2010 Sabine Haluszka-Seidel
Copyright 2010 Sabine Haluszka-Seidel

Die gesamte Anlage ist nach unseren Schätzungen etwa 30 mal 100 Meter groß. Der untere Teil scheint aus einem Hügel zu bestehen. Die Räumlichkeiten befanden sich auf einem Plateau auf dem Hügel. Zur Verdeutlichung der Größe hier ein Foto mit dem Autor.

Copyright 2010 Sabine Halurzka-Seidel

Der Große Turm der Burg ist eher einfach gemauert.

Copyright 2010 Sabine Haluszka-Seidel

Der Film Tsogd Tajdsh

Das Drehbuch des Films stammt von Byambin Rinchen, einem der prägenden mongolischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Mit dem Film sollte ein Beitrag geleistet werden zur nationalen Identitätsstiftung. Die Unabhängigkeit der Mongolei von China war immer wieder von chinesischer Seite bestritten worden. Mit Tsogd Tajdsh wurde eine historisch wohl eher wenig bedeutende Gestalt zum nationalen Symbol der staatlichen Unabhängigkeit erklärt.

Am 20. Mai 2005 wurde vor der Staatsbibliothek das Denkmal des international bekannten mongolischen Wissenschaftlers und Schriftstellers, Byambyn Rinchen, eingeweiht. Rinchen verfasste bedeutende Werke zu Geschichte und Kultur der Völker Zentralasiens und war aktiv am Unabhängigkeitskampf der Mongolen zu Beginn des 20. Jahrhunderts beteiligt.

Das Denkmal von Byambijn Rinchen in Ulaanbaatar